Lebenslanges Lernen: weil Wissen vernetzt

von | Mrz 1, 2021 | #mehrHINTERGRUND, Textbeitrag

Der Wandel unserer Zeit ist schnell. So schnell, dass Kompetenzen, die wir gestern erst erlernt haben, heute zum Teil schon wieder überholt sind. So fühlt es sich zumindest an. Denn durch neue Technologien und die globale Vernetzung von Individuen, Gesellschaften, Unternehmen und Arbeitnehmern müssen wir uns an neuen Anforderungen orientieren und uns mit neuen Modellen arrangieren. Wer mithalten will, sollte flexibel, agil und zugleich neugierig sein. In diesem Kontext nimmt Wissen einen hohen Stellenwert ein. Während wir uns vor einigen Jahren noch auf einmal erlerntes Wissen verlassen konnten, müssen wir dieses heute tagtäglich auffrischen. Schließlich leben wir in einer Zeit des Wandels. Das Konzept des lebenslangen Lernens schließt die Auffrischung unseres Wissens mit ein und umfasst darüber hinaus den nachhaltigen Wissenserwerb von Jung und Alt. Das innovative Lernmodell weist jede Menge Facetten auf und hat wenig mit Frontalunterricht, Wissensabfrage in Form von Prüfungen oder gesammelten Abschlüssen zu tun, sondern viel mehr mit selbstbestimmter Weiterbildung auf verschiedensten Ebenen.

Doch beginnen wir von vorn:

Lebenslanges Lernen – was bedeutet das eigentlich? Bis heute sind sich Experten nicht einig, wie sie das Konzept des lebenslangen Lernens inhaltlich definieren. Die EU konkretisiert das Modell folgendermaßen:

Lebenslanges Lernen umfasst „alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen, bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt“.

Die Definition stammt aus dem Dokument „Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen“, wurde 2011 verfasst und ist bis heute gültig.[1]

Doch was sagt die EU-Richtlinie genau aus? Im Grunde genommen definiert sie das lebenslange Lernen als einen Mix aus formalen, non-formalen und informellen Möglichkeiten des Lernens in jeglichen Lebenslagen. Somit ist die Aneignung von Bildung weder nach der Kindheit, noch nach Beendigung einer Ausbildung und auch nicht mit dem Einstieg in das Berufsleben abgeschlossen. In welcher Form wir auch im Erwachsenenalter lernen, bleibt häufig uns selbst überlassen. So überrascht es nicht, dass „lebenslanges Lernen“ und „lebensbegleitendes Lernen“ oftmals synonym verwendet werden. Schließlich bedeutet „Lernen“ nicht zwingend eine Form des Unterrichts, sondern viel mehr eine aktive Aufnahme von Wissen – diese kann über den Konsum von Medien und Literatur, aber auch über den Austausch mit unseren Mitmenschen erfolgen.

Um unsere Ausführungen zu konkretisieren, haben wir drei Beispiele  für lebenslange Lernmodelle definiert:[2]

  1. Fähigkeiten neu erlenen:
    Ein neues Hobby ist nicht nur ein Zeitvertreib, sondern zeichnet sich immer auch durch eine Lernkurve aus. Ein Instrument erlernen, einen Nähkurs besuchen oder einen Rhetorikkurs absolvieren – neue Fähigkeiten erweitern das eigene Kompetenzprofil und fördern unsere Aufnahmefähigkeit.
  2. Neue Technologien verstehen:
    Die digitale Kommunikation nimmt stetig zu und begleitet uns in unserem Berufs- und Privatleben. Wer sich interessiert und engagiert mit technischen Geräten, Tools und virtuellen Plattformen auseinandersetzt, befindet sich in einem ständigen Wissenserwerb und wirkt einem Auseinanderleben verschiedener Generationen entgegen.
  3. Den eigenen Wissenshorizont erweitern:
    Ob online oder analog – das Angebot an Fort- und Weiterbildungen nimmt stetig zu und ist längst nicht mehr auf den beruflichen Kontext begrenzt. Wer sich weiterbilden möchte, kann dies ohne lange Wartezeiten oder großen finanziellen Aufwand jederzeit tun. Die zahlreichen Angebote, online sowie analog, zeigen: Lernen macht Spaß, ist individuell und funktioniert auch ohne Prüfungsdruck.

Die Relevanz von Bildungsaneignung ist nicht von der Hand zu weisen – ganz gleich, ob im Kindes-, Erwachsenen- oder Seniorenalter. Um auch für Erwachsene und Senioren zielführende Lernmodelle zu etablieren, die zugleich Spaß machen und die richtigen Impulse setzen, braucht es Kreativität und Ideenreichtum.

Und – den Austausch miteinander. Denn wir sind uns sicher – nur gemeinsam können wir den Wandel unserer Zeit meistern und mit der richtigen Mischung aus Wissen und Neugierde neue Wege gehen.

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[1] https://erwachsenenbildung.at/themen/lebenslanges_lernen/was_ist_lll/definitionen.php

[2] https://www.valamis.com/de/hub/lebenslanges-lernen