Gemeinsam engagieren – gemeinsam mehr erreichen: wieso wir uns (wieder) mehr engagieren sollten

von | Sep 7, 2020 | #mehrGESICHTER, Textbeitrag

Liebe Ehrenämtler, liebe Engagierte und liebe Vereinsmeier,

seit sich die Corona-Epidemie rasend schnell in der ganzen Welt ausgebreitet hat, ist unser Alltag ein anderer. Und auch unsere Arbeit und die Art, wie wir uns engagieren, haben sich meinen Beobachtungen nach verändert. Helfen bedeutet im Moment oftmals, auf soziale Aktivitäten und direkte Kontakte zu verzichten. Und doch erscheinen Hilfe und Zusammenhalt gerade wichtiger denn je…

Da mich das Engagement mit all seinen Facetten seit einigen Jahren vielschichtig begleitet, nehme ich diese Zeilen zum Anlass, mir einige Gedanken zu machen – was heißt denn Engagement heute überhaupt? Und was bedeutet es ganz speziell für mich und meine Arbeit? Mit diesen Fragen lade ich Euch herzlich ein, das Thema Engagement mit- und vor allem aber auch weiterzudenken und ihm weiterhin so viel Aufmerksamkeit zu schenken, wie es derzeit erfährt.

Was bedeutet Engagement heute?

Frau und Junge klatschen sich ab

Am 11. September startet die 16. Woche des bürgerschaftlichen Engagements 2020. Wie wahrscheinlich die meisten denke auch ich spontan erst einmal an die typischen Vereinsmeier und in dem Zusammenhang auch an meinen Vater, der in unserem Heimatdorf bis heute Ehrenämtler mit Passion im örtlichen Gesangverein ist. Und wie das Leben so spielt, bin auch ich bis heute stark mit Vereinen verbunden – privat sowie beruflich. Deshalb finde ich es umso interessanter, wie sich die Art, wie wir uns engagieren, in der „Corona-Zeit“ verändert hat. Dazu habe ich vor einigen Wochen in einem sehr lesenswerten ZEIT-Artikel die passenden Zeilen gefunden:

„Man hatte das Gefühl, das ganze Land sei plötzlich heftig von der Erkenntnis überrascht worden, dass es gut und wünschenswert ist, wenn Menschen füreinander da sind.“

Weiter wird in eben jenem Artikel beschrieben, wie viele Menschen sich ganz plötzlich die Zeit nehmen, für ihre Mitmenschen da zu sein: einkaufen gehen für Senioren, Anrufe tätigen bei den Eltern oder Verwandten, Corona-Hilfsleistungen für Bedürftige übernehmen. Das Engagement hat durch all diese kleinen und großen Gesten meiner Meinung nach in den letzten Monaten einen ganz neuen „Anstrich“ erhalten. Immer häufiger beobachte ich, wie sich viele Menschen von der „Opa-Hausfrauen-Vereinshaftigkeit“ lösen, wenn sie an Engagement denken, und stattdessen Zeitfenster schaffen, um Engagement in ganz unterschiedlichen Formen auszuüben.

Weniger Arbeit, mehr Engagement – kann das funktionieren?

Tischuhr auf farbigem Hintergrund

Ein wichtiger Faktor ist in diesem Zusammenhang nun mal auch die Zeit. Viele Menschen hatten in den letzten Monaten mehr davon. Wieso? Weil sie in Kurzarbeit geschickt wurden oder ihren Beruf nicht weiter ausführen konnten. Eine interessante Entwicklung, wie ich finde. Denn die Tatsache, dass weniger Arbeit mehr Engagement fördert, ist in solch unruhigen Zeiten eine äußerst positive Erkenntnis. Und auch dazu habe ich im bereits erwähnten ZEIT-Artikel passende Zeilen gelesen:

„Die Idee, dass ein Leben mit etwas weniger Arbeit dem individuellen wie gesellschaftlichen Wohlbefinden dient, ist zumindest auf theoretischer Ebene bei einem gut situierten Mittelklassemilieu in Deutschland angekommen.“

Was braucht es nun also, um diesen Erkenntnisprozess weiter in unserer Gesellschaft, und zwar in jeglichen Schichten, zu verankern? In meinen Augen ganz klar vor allem eines: Leidenschaft. Ehrenamt, Engagement und Vereinsarbeit leben von Leidenschaft und Begeisterung. Dafür sollten wir, die sich bereits engagieren, aktiv dazu beitragen, unsere Mitmenschen mit unseren Ideen und mit unserem Zusammenhalt zu begeistern und mitzuziehen. „Gemeinsam statt einsam“ ist nämlich für mich nicht nur eine Floskel  – sondern ein Leitsatz, der den Kern unserer Arbeit gut zusammenfasst: Engagement bedeutet, gemeinsam etwas zu bewegen und zu erreichen. Was das ist? Zusammenhalt. Und den kann unsere Gesellschaft gerade mehr denn je gut gebrauchen, nicht wahr?

Eure

Anja Lothschütz

 

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