„Das habe ich aber ganz anders verstanden.“ – Den kleinen Satz mit großer Bedeutung haben wir in unserem Berufsalltag sicherlich alle schon einmal gehört oder gesagt. Insbesondere als Führungskraft gilt es jedoch, sich klar und deutlich auszudrücken, um Missverständnissen und Unstimmigkeiten entgegenzuwirken. Die Komplexität von Führung entfaltet sich dabei oftmals erst im Arbeitsalltag und ganz besonders die Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeitern ist von vielen Herausforderungen geprägt und erfordert eine klare und zugleich beziehungsorientierte Gesprächsführung auf beiden Seiten. Dabei sollte die Kommunikation als Führungsmittel keine Bremse, sondern immer auch ein wirksamer Motor sein, mit dessen Hilfe die Zusammenarbeit mit den eigenen Mitarbeitern tagtäglich optimiert werden kann.

Verbale vs. nonverbale Kommunikation

Nicht nur im Privatleben, besonders auch in Ihrem Berufsalltag können Missverständnisse zu Unstimmigkeiten mit Freunden, der Familie oder Kollegen führen und im schlimmsten Fall gar schwerwiegende Folgen haben. Dabei spielt bei der Entstehung eines Missverständnisses immer auch der zwischenmenschliche Aspekt eine tragende Rolle. Wie stehen die Personen, die miteinander kommunizieren, zueinander? Sind sie befreundet oder stehen sie sich besonders nah? Sind die Gesprächspartner Kollegen, die sich eigentlich eh nicht ausstehen können? Oder findet das Gespräch zwischen einer leicht aufbrausenden Führungskraft und einem verunsicherten Mitarbeiter statt? In all diesen Fällen kommt es nicht nur auf die verbale Ebene des Gesprächs, sondern auch auf die nonverbale Ebene an, die ebenfalls einen Großteil gelungener Kommunikation ausmacht. Wie Menschen Dinge, mit denen sie verbal konfrontiert werden, aufnehmen und verstehen, hängt nicht immer nur vom Inhalt des Gesagten ab. Oftmals sind es nicht ausgesprochene Aspekte, die ein Gespräch entweder negativ oder durchaus auch positiv beeinflussen können. Blicke, die eigene Mimik und Gestik sowie der Tonfall, die Betonung von Wörtern, das Einbauen von Pausen und die Sprechgeschwindigkeit beeinträchtigen mitunter auch die Aufnahmefähigkeit Ihres Gegenübers und beeinflussen den Verlauf eines Gesprächs entscheidend. Sowohl die verbale als auch die nonverbale Ebene einer Konversation setzen das Gesagte somit in einen bestimmten Kontext, der von beiden Gesprächspartnern durchaus auf ganz unterschiedliche Art und Weise interpretiert werden kann. Um kleine und große Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie die Fehler jedoch nicht immer nur bei Ihren Mitmenschen suchen. Reflektieren Sie Ihre persönliche Gesprächsführung und überlegen Sie, wie Sie während einer Konversation gerne von Ihrem Gegenüber behandelt werden möchten – ganz nach dem Motto: „Behandle dein Gegenüber so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“

Missverständnisse vermeiden

Ob ein Gespräch konstruktiv oder destruktiv geführt wird, hängt von beiden Gesprächspartnern ab. Und doch können Sie die Konversation mit Ihren Kollegen oder dem Chef mit einigen simplen Handlungen positiv beeinflussen und lenken. Zunächst einmal sollten Sie konkret bleiben. Treffen Sie klare Aussagen, die Ihr Gegenüber ohne Probleme verstehen kann und vermeiden Sie Verallgemeinerungen. Und auch Vorwürfe sollten möglichst moderat formuliert werden, um eine entspannte Gesprächsatmosphäre zu erhalten. Dies bedeutet nicht, dass Sie Probleme oder Kritik nicht äußern können – ein angemessener Tonfall und die Vermeidung von „Du“-Phrasen erleichtern jedoch sowohl Ihnen als auch Ihrem Gesprächspartner den Umgang miteinander. Konzentrieren Sie sich außerdem vollends auf Ihren Gegenüber. Achten Sie auf die Mimik und die Gestik Ihrer Kollegen oder Ihres Chefs und versuchen Sie, diese einzuordnen, um dementsprechend auf Unsicherheiten, Ärger oder Freude zu reagieren. Ein ebenfalls wichtiger Aspekt gelungener Kommunikation ist das Stellen von Fragen. Wenn Sie etwas nicht verstehen, zögern Sie nicht und erkundigen Sie sich noch während des Gesprächs, was Ihr Gegenüber Ihnen konkret vermitteln will. Stellen Sie ebenso sicher, dass auch Ihr Gesprächspartner versteht, was Sie meinen und fragen Sie gegebenenfalls nach, ob dies der Fall ist. Das Verstehen und verstanden werden impliziert zugleich auch das wertschätzende und aufmerksame Zuhören. Sind Sie mit Ihren Gedanken schon längst in der Mittagspause, fällt dies sicher auch Ihrem Gesprächspartner auf und kann zudem schnell zu Missverständnissen führen. Signalisieren Sie hingegen Interesse an dem, was Ihr Kollege Ihnen erzählt, zeigen Sie Ihm gegenüber Ihre Wertschätzung auf und ersparen sich zudem die Zeit, die Sie im Nachhinein investieren, wenn Sie sich erneut nach Details des Gesprächsinhaltes erkundigen müssen.

Welche Aspekte Kommunikation tatsächlich erfolgreich machen und wo die Fallen lauern, vermittelt Ihnen Schauspieler und Trainer Jürgen List anhand effektiver Kommunikationstools und spannender Praxissimulationen. In unserem zweitägigen Präsenzseminar „Kommunikation im Führungsalltag“ lernen Sie, Ihre individuelle Gesprächskompetenz zu erweitern und können eigene Erfahrungen mit Ihrem Trainer und den Seminarteilnehmern teilen sowie neue Erkenntnisse gewinnen.

Wir freuen uns, Sie vom 24.-25.01.2019 zu unserem Praxisseminar Kommunikation im Führungsalltag in Frankfurt begrüßen zu dürfen.

Was ist eigentlich der entscheidende Aspekt für gelungene Kommunikation? In einem Videobeitrag im Rahmen unserer Montagskolumne #mehrWERT verrät Ihnen unser Referent Jürgen List seine Antwort darauf.