Vereine und Non-Profit-Organisationen leisten einen wichtigen, oftmals jedoch auch unterschätzten Beitrag zum Allgemeinwohl unserer Gesellschaft. Dabei sind sie häufig auf Spenden, Zuschüsse oder Mitgliedsbeiträge angewiesen, um Projekte planen und umsetzen zu können.

Die Projektverantwortlichen müssen Equipment, Ausrüstungen, Lebensmittel, Sportgeräte oder technische Hilfsmittel organisieren und finanzieren und sollten dabei immer auch ein Auge auf die korrekte Abrechnung solcher Posten werfen. Denn schlussendlich entscheidet immer auch das Finanzamt, ob eine Organisation als gemeinnützig oder eben nicht eingestuft wird. Besonders die Umsatzsteuer wirft in diesem Zusammenhang jedoch immer wieder Fragen auf. Unterliegen Mitgliedsbeiträge oder erhaltene Zuschüsse der Umsatzsteuer? Welche umsatzsteuerliche Bedeutung haben Vereinsfeste und wie sind Leistungen aus dem Ausland zu versteuern?

Insbesondere im Bereich der Umsatzsteuer hält das Gemeinnützigkeitsrecht einiges an Stolperfallen und Problemfällen für die Verantwortlichen eines Vereins oder einer NPO bereit. Eine ordnungsgemäße Verbuchung wird zunehmend durch die Komplexität der zu berücksichtigenden Regularien sowie durch die ständigen Neuerungen der Gesetzeslage erschwert. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich in regelmäßigen Abständen über die aktuelle Rechtsprechung zu informieren. Die Steuerbegünstigungen für gemeinnützige Organisationen sind in der Regel abhängig vom konkreten Umsatz, so dass oft Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung der einzelnen Sachverhalte bestehen bleiben. Darüber hinaus kann die Nichtanerkennung des Vorsteuerabzugs ein erhebliches finanzielles Risiko darstellen. Existenzbedrohende Steuernachzahlungen können jedoch durch eine gute Vorbereitung und durch die korrekte und vollständige Buchführung vermieden werden.

Grundsätzlich unterliegen der Umsatzsteuer drei Tätigkeitsbereiche. Dabei handelt es sich um die Vermögensverwaltung, den Zweckbetrieb und den sonstigen Geschäftsbetrieb. Vereine und gemeinnützige Organisationen bleiben lediglich im ideellen Bereich von der Umsatzsteuer befreit, da an dieser Stelle kein Leistungsaustausch stattfindet und keine steuerbare Leistung im Sinne des § 1 Umsatzsteuergesetz geltend gemacht werden kann. Der ermäßigte Steuersatz für die Umsätze im Bereich des Zweckbetriebs und der Vermögensverwaltung beträgt derzeit 7 Prozent. Im Bereich des sonstigen Geschäftsbetriebs sind NPOs und Vereine den nicht gemeinnützigen Unternehmern gleichgestellt – so das der aktuelle Regelsteuersatz von 19 Prozent auch für Unternehmen gilt, die gemeinnützige Arbeit verrichten.

Um festzustellen, ob die Umsatzsteuer anfällt oder nicht, muss zunächst geprüft werden, welcher der vier Tätigkeitsbereiche, wobei der ideelle an dieser Stelle ebenfalls berücksichtigt wird, umsatzsteuerpflichtig ist. Nur für einen umsatzsteuerpflichtigen Tätigkeitsbereich kann die Vorsteuer vom Finanzamt zurückerhalten werden. Des Weiteren gilt es zu prüfen, welcher der Tätigkeitsbereiche mit dem ermäßigten oder mit dem regulären Umsatzsteuersatz besteuert wird. Wird dies falsch angegeben, kann ein solcher Fehler bei einer Betriebsprüfung enorme Kosten verursachen. Um dies zu vermeiden, sollten sich die verantwortlichen Mitarbeiter von Vereinen oder Organisationen einen umfassenden Überblick über die Problemfelder und auch über die entsprechenden Lösungsansätze verschaffen.

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