„Digitale Medien verleiten dazu, ständig im Außen zu sein“, findet PR-Berater  Christoph Ecken, mit dem wir für unseren heutigen #mehrWERT über analoge und digitale Öffentlichkeitsarbeit gesprochen und gemeinsam die Unterschiede zwischen Online- und Offline-Kommunikation diskutiert haben. Immerhin ist der sichere Umgang mit wirksamer Kommunikation in Zeiten der digitalen Transformation unerlässlich. Und doch beharren Experten und Branchenkenner neben der Nutzung moderner Online-Tools  auf die Rückkehr zu klassischen Werbe- und Marketingmaßnahmen. Somit stellt sich uns die Frage: Analog vs. Digital – was ist der Mehrwert klassischer sowie digitaler PR- und Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen und Organisationen?

Immer wieder montags… möchten wir Sie, liebe Leser, informieren. Worüber? Über ganz unterschiedliche Themen, Perspektiven und Meinungen rund um das Thema Werte, verfasst und vertreten von ganz unterschiedlichen Menschen. Mit unserer Kolumne #mehrWERT möchten wir Sie jede Woche aufs Neue inspirieren, motivieren und aktivieren. Aufgearbeitet in verschiedenen, spannenden Formaten präsentieren wir Ihnen Menschen und ihre Geschichten, ihre Ansichten und Perspektiven – und laden Sie zu der interaktiven Gestaltung unseres gemeinsamen #mehrWERTs ein.


Qualität statt Quantität – PR-Experte Christoph Ecken erklärt den Unterschied

Christoph Ecken ist PR-Berater sowie freier Autor und lebt und arbeitet in Heidelberg. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Politikwissenschaft leitete er die Redaktion der Stadtteilzeitung „Feudenheimer Rundschau“ in Mannheim und arbeitete im Abschluss viele Jahre als freier Journalist für Die Welt, Horizont, IT-, Handels- und weitere Fachzeitschriften. Seit 2001 ist er nun als freier PR-Berater für Agenturen, Unternehmen und Verbände tätig.

Herr Ecken, wie funktioniert werteorientierte Öffentlichkeitsarbeit?

Digitale Medien verleiten dazu, ständig im Außen zu sein. Es werden tolle Fotos und schöne Stories kreiert, aber die Fokussierung auf das eigentliche Thema geht verloren. Es geht dann oftmals viel mehr um die Darstellung, als tatsächlich um die Inhalte. Besser wäre es, den Mut zu haben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich mit dem Zweck, mit dem Mehrwert der eigenen Organisation zu beschäftigen. Denn eine gute digitale Kommunikation gelingt nur dann, wenn der Kern eines Unternehmens, also der innere Zusammenhalt und die Unternehmenswerte sowie die ethische Ausrichtung aller an der Kommunikation Beteiligten, existiert. Dafür gilt es, ein analoges Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, beispielsweise durch Treffen, Events und gemeinsame Feste. Wer sich persönlich kennt und dem Anderen schon einmal ins Gesicht geschaut hat, wird wertschätzender kommunizieren – insbesondere im Netz, wo die Hemmschwelle für ungünstige Kommunikation oftmals sehr viel niedriger ist. Viel wichtiger als der schnelle digitale Hype mit Hunderten Klickzahlen ist es, in kleinen Schritten – je nach Dialoggruppe – mit einem Blog oder handwerklich guten Pressemitteilungen zu beginnen und sich eine Community und das Interesse bei den konventionellen Medien langsam aber stimmig aufzubauen. Leider bewegen sich die meisten Organisationen in einer „Hochgeschwindigkeits-Filterblase“, da besonders die Online-Kommunikation von ihrer Geschwindigkeit lebt. „News“ müssen immer schnell produziert werden und sind oftmals vermehrt auf Effekthascherei, also auf reißerische Fotos sowie  Videos, Drama und Sensationen, ausgerichtet und weniger auf eine differenzierte Betrachtungsweise. Der Fokus liegt mehr auf der Bestätigung der eigenen Meinung als auf der Bereitschaft, auch einmal über den Tellerrand hinauszuschauen. Die Folge ist, dass die Meinungsbildung unserer Gesellschaft viel mehr durch das Nutzerverhalten als durch die diskursive Auseinandersetzung mit einem Thema beeinflusst wird. Wir sprechen viel weniger über die Inhalte und Substanzen eines Themas – echte Reflexionen finden kaum noch statt.

Doch es gibt keinen Grund, alle digitalen Kommunikationswege pauschal zu verteufeln – zumal die klassischen Medien ebenfalls digital kommunizieren. Es gilt jedoch – mehr als früher – genau zu überlegen, ob die schnelle digitale Kommunikation allein zum Erfolg führt. Vielleicht ist es manches Mal klüger, sich über die möglichen (ungewünschten) Folgen der rein digitalen Kommunikation mehr Gedanken zu machen. In der Folge dieses Prozesses setzen kluge Kommunikator_innen die konventionellen Medien und die digitalen Medien in einer sinnvollen Mischung ein, bauen sie aufeinander auf. Denn dies heißt ja PR: strategisch überlegt kommunizieren. Das Ziel dabei ist es stets, Dialoge über die eigene Organisation anzustiften und auf Dauer zu stellen – eben mit der gewünschten, vorher genau definierten Dialoggruppe. Das sollte auch bei der Kommunikation mit digitalen Mitteln stets das Ziel sein.

Liebe Leser, teilen auch Sie Ihren persönlichen #mehrWERT mit uns! Arbeiten Sie an einem spannenden, gemeinnützigen Projekt? Zeichnet sich Ihr Unternehmen durch ein besonders ausgeprägtes Werteprogramm aus? Oder können Sie uns interessante Interviewpartner empfehlen? Ob in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld – teilen Sie spannende Insights, informative Inhalte und Ihre individuellen Erfahrungen rund um das Thema Werte mit uns und nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

Zusatzinfo

Wenn Sie mehr zu PR und Christoph Ecken erfahren wollen, besuchen Sie seinen PR-Workshop am 20.3.2019 in München.

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