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Laut aktuellen Statistiken sind rund 14 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich tätig. Eine erstaunliche Zahl deren Leistung in der allgemein gültigen Berechnung des Bruttosozialproduktes gar nicht berücksichtigt wird. Ohne dieses Engagement könnte unsere Gesellschaft aber gar nicht funktionieren, was die aktuelle Situation im Rahmen der Flüchtlingshilfe ja auch wieder gezeigt hat. Ein Ehrenamt hat aber nicht nur für das Wohlergehen und den Erhalt der Gesellschaft einen riesigen Mehrwert. Auch der Einzelne selbst kann daraus für sich einen erheblichen Nutzen und vor allem Sinn und Glück gewinnen.

Dabei ist es egal, ob man sich in einen Vereinsvorstand wählen lässt oder ein behindertes Kind betreut, einen Freiwilligendienst macht oder sich im Karnevalsverein kreativ einbringt. Was ist die Motivation warum sich rund 14 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich engagieren? Warum machen diese Menschen das? Oder warum könnte es sich möglicherweise lohnen, das auszuprobieren?

Es gibt sicherlich viele verschiedene Gründe, die dafür sprechen und die unser Leben reicher und erfüllter machen können. Das ist von Engagement zu Engagement bestimmt auch unterschiedlich. Dennoch glaube ich, dass die Sache an sich einige Effekte gemeinsam hat.

Soziales Engagement als Ausgleich zum Job

Viele Menschen nutzen das Ehrenamt als Ausgleich zu ihrer Arbeit. Dort, wo die Arbeit einen möglicherweise nicht mit Sinn erfüllt, kann das Engagement dieses geben. Weil man das tut, was man gern tut, oder sich einsetzt für die Dinge, die einem wichtig sind: für den Naturschutz, für soziale Projekte, für Kunst & Kultur … Man hat den Eindruck, etwas bewegen zu können.

Viele Menschen setzen in einem Ehrenamt das um, was sie im Job nicht tun können. Wer den ganzen Tag im Büro sitzt, hat möglicherweise Lust, sich in der Freizeit zu bewegen und organisiert einen Lauftreff.

Oder gerade wenn man keine Arbeit hat, dann kann eine freiwillige Tätigkeit Halt und Sinn geben. Dies trifft natürlich auch auf alle anderen Menschen zu. Denn bei dem Ehrenamt weiß man, was man hat und wofür man etwas tut. Man wird gebraucht und bekommt dadurch einen festen Platz in der Welt.

Gemeinschaftsgefühl erleben

Ehrenamtliches Engagement stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Anderen etwas beizubringen, gemeinsam etwas zu schaffen, einfach gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen und dabei ein Ziel vor Augen zu haben, lässt die Menschen einander näherkommen. Es stärkt das Gefühl, nicht allein zu sein in einer Welt, die Individualisierung immer weiter vorantreibt.

Dabei entstehen häufig auch intensive Freundschaften, die für den Rest des Lebens bestehen bleiben und auch über das gemeinsame ehrenamtliche Engagement hinaus reichen.

Helfen als Glücksbringer

Es gibt viele Bücher und wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Glücksforschung. Dabei zeigt sich immer wieder, dass Helfen glücklich macht. Indem wir anderen Menschen helfen, bekommen wir oftmals ganz viel von dem zurück, was glücklich sein ausmacht – Dankbarkeit, Freude, Sinnstiftung, Anerkennung und Liebe. Wenn man mit Kindern herumtollt und einen diese Kinder anstrahlen, weil sie sich einfach freuen, dann geht es einem auch selbst gut. Oder wenn sich die Besuchergruppe bei der Stadtführung begeistern kann und Spaß hat, weil man ihnen lustige Geschichten über deren Einwohner erzählt, dann sind wir stolz, ihnen dies vermitteln zu können.

Und – wir müssen auf die Rückmeldung nicht warten. Meist bekommen wir dabei eine direkte Reaktion auf das, was wir gerade tun.

Soziales Engagement zur Stärkung des Selbstwertgefühls

Ein Ehrenamt ist nicht selbstverständlich. Man bekommt eben kein Geld dafür. Man macht es einfach so, weil man gern etwas für andere tun möchte. Im ehrenamtlichen Engagement können wir unsere Stärken einbringen und das, was man sehr gern tut oder auch einfach gut kann, umsetzen und weiter ausbauen. Dabei entsteht das Gefühl etwas geschafft zu haben, was auch für andere von Bedeutung ist. Das stärkt das Selbstwertgefühl, tut einfach gut und macht uns Menschen stark. Wir bekommen das Gefühl, mit unseren Fähigkeiten gebraucht zu werden.

Und wir haben eventuell auch einfach mal die Chance etwas auszuprobieren ohne den inneren Druck darin perfekt sein zu müssen oder sich rechtfertigen zu müssen, wenn es auf Anhieb noch nicht so ganz rund ist.

Ein Ehrenamt stärkt die soziale Kompetenz

Wenn man sich ehrenamtlich engagiert, lernt man auch viel über den Umgang miteinander. Kommunikationsgeschick ist gefragt, Zuverlässigkeit und Empathie für die anderen sind wesentliche Kompetenzen die in der Teamarbeit unerlässlich sind.

Da muss diskutiert und verhandelt werden, Budgets müssen kalkuliert und Zeitpläne eingehalten werden und ab und an gilt es auch selbst einen Schritt zurück zu stecken, damit die anderen noch mit dabei sind.

Viele gemeinnützige Organisationen fördern ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter durch professionelle Fortbildungen, um zum Beispiel finanzielle Themen bewältigt zu bekommen oder über Gruppenprozesse und Konfliktarbeit etwas zu erfahren. Dabei lernt man oft viel Neues, das einem auch im Alltag und im Beruf nützlich sein kann und die eigene Persönlichkeit prägt.

Ist freiwilliges Engagement dann auch etwas für mich?

Ein Ehrenamt kann das eigene Leben verändern. Es kann einem dabei helfen, sich selbst weiterzuentwickeln, weil man neue Erfahrungen macht, die einen prägen. Und es kann einem Sinn geben, wenn einem dieser gerade fehlt.

Sicherlich kann man diese Aspekte auch über andere Wege für sich erreichen. Über die Arbeit, über Familie, Freunde etc. Doch wem das nicht gelingt oder wer ergänzend etwas tun möchte, für den kann ein freiwilliges Engagement vielleicht eine Möglichkeit sein, dem eigenen Leben einen anderen Anschubs zu geben.

Letztendlich muss jeder selbst für sich entscheiden, ob und wenn ja, für was er sich engagieren möchte. Auch hier, wie überall, beginnt die Reise mit dem ersten Schritt.

Denn –

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

Erich Kästner in Moral
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