Ein Interview mit der Gründerin Anja Lothschütz, geführt von Erika Schroth, Inhaberin von permanent·es Personalmanagement und Initiatorin der Bildungsinitiative Kulturgut im Quadrat.

E. S.: Was steckt dahinter?

A. L.: „Das Thema Werte verfolgt mich schon langen. Ich vermisse bei vielen Menschen und Institutionen eine klare Haltung. Wenn ich neue Menschen treffen, frage ich nicht welchen Beruf hast Du?, Sondern: Für was stehst Du? Für was gehst Du? Wenn Du dafür gehen willst, was brauchst Du an Wissen? Der Wandel ergibt sich dann daraus.“

Aus dieser Haltung heraus hat Anja Lothschütz im Oktober 2014 WERTEWISSENWANDEL gegründet. Zweck dieser gemeinnützigen Gesellschaft für Zukunftsgestaltung ist es, mit einer Akademie Wissen für Non Profit Organisationen bereitzustellen und Projekte von Organisationen, die sich dem Thema Werte widmen, zu unterstützen.

E. S.: Was heißt Wissen Werte Wandel?

A. L.: Werte Wissen Wandel ist eine Trilogie, die eine natürliche Entwicklung beschreibt. Die Basis ist eine klare Wertehaltung, diese kann individuell und kulturell verschieden sein. Ich finde es wichtig, dass jeder für sich seine innere Haltung klärt, das hat viel mit Bewusstsein und Standing nach Aussen zu tun: für was steh ich, für was geh ich und trete ich ein? Wenn ich das geklärt habe, dann kommt die Phase des Lernens, das Wissen im Sinne von Bewusstseinserweiterung und Persönlichkeitsentwicklung. Lernen von Methoden etc. gehören auch dazu, aber der Kern bleibt die innere Weiterentwicklung und sich dafür das Wissen anzueignen. Der Wandel, über den die ganze Welt spricht, ist die logische Konsequenz davon. Wenn ich meine Haltung geklärt habe, wenn ich weiß für was ich eintrete, dann kann ich bewusst -durch Wissen- nach Außen mit meinem Tun und Handeln treten. Und der Wandel vollzieht sich von selbst, für mich aber auch für die Umwelt und die Gesellschaft.

E. S.: Was ist Dein Produkt?

A. L.: Mit der Gesellschaft für Zukunftsgestaltung habe ich mich entschieden, mich auf gemeinnützige Organisationen zu spezialisieren, weil ich sage, dass diese auf der einen Seite einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und dem Werteerhalt unserer Gesellschaft leisten. Denn viele soziale oder kulturelle Angelegenheiten können von staatlicher Seite nicht mehr bewältigt werden oder wurden durch den Staat bereits abgegeben. Auf der anderen Seite sind diese gemeinnützigen Organisationen für mich auch eine Form des modernen Unternehmertums – wenn sie lernen, dass sie sich unternehmerisch verstehen müssen. Mein Produkt ist also: ich nehme diese Zielgruppe, die für mich schon einen Wert hat oder für Werte eintritt und bereichere diese insbesondere mit unternehmerischem Wissen, damit ein profitableres Handeln möglich wird. Damit entfalten diese Organisationen einen größeren Hebel für die Gestaltung der Gesellschaft.

E. S.: Wie willst Du das umsetzten?

A. L.: Vor allem durch Netzwerke, Kontakte zu Verbänden und Stiftungen. So plane ich z.B. einen Zukunftskongress für Bürgerstiftungen im nächsten Jahr. Natürlich mache ich dazu auch das Klassische Marketing mit Website etc. aber mein Hauptfokus liegt auf Kooperation, nicht Konkurrenz. Ich unterstütze z.B. direkte Projekte, für die ich das Fundraising mache oder kooperiere mit bestimmten Organisationen und Institutionen. Das alles geschieht Öffentlich nicht im Verborgen.

Z.B. in Eurem Filmprojekt „Bewegte Botschaften aus Begegnungen“ geht es konkret um Portraits von Menschen, die Werte dieser Gesellschaft vertreten – das passt gut zum Thema WerteWissenWandel. Ich unterstütze Euer Projekt, indem ich auf meiner Plattform fundraise.